
Formelles vs. informelles Englisch: Wann Sie welches verwenden
Derselbe Gedanke kann völlig unterschiedlich klingen, je nachdem, wie Sie ihn ausdrücken. „I was wondering if you could possibly send over the report“ und „Can you send the report?“ bedeuten dasselbe, wirken aber je nach Gesprächspartner sehr unterschiedlich. Das richtige Register zu wählen, formell oder informell, ist eine der nützlichsten und am meisten übersehenen Fähigkeiten im Englischen, und selbst fortgeschrittene Lernende machen dabei regelmäßig Fehler.
Was formelles von informellem Englisch wirklich unterscheidet
Formelles und informelles Englisch unterscheiden sich in vier wesentlichen Punkten: Kurzformen, Wortschatz, Satzlänge und Direktheit. Formelles Englisch schreibt Kurzformen aus (do not statt don’t), bevorzugt einzelne lateinischstämmige Verben statt Phrasal Verbs (investigate statt look into), verwendet längere, vollständigere Sätze und mildert Bitten mit zusätzlichen Wörtern ab. Informelles Englisch macht in jedem Punkt das Gegenteil: Kurzformen, Phrasal Verbs, kürzere Sätze und direkte Bitten. Keines von beiden ist „besseres“ Englisch. Es sind unterschiedliche Werkzeuge für unterschiedliche Situationen, und das falsche Werkzeug am falschen Ort zu verwenden ist das, was Ihrem Auftreten tatsächlich schadet.
Direkter Vergleich
| Informell | Formell |
|---|---|
| Can you look into this? | Could you investigate this matter? |
| I’ll get back to you | I will respond to you at the earliest opportunity |
| Sorry, I can’t make it | Unfortunately, I am unable to attend |
| Let me know if you need anything | Please do not hesitate to contact me should you require further assistance |
| Thanks a lot | Thank you very much for your assistance |
| Can we put this off? | Could we possibly postpone this? |
Wo welches Register hingehört
Verwenden Sie formelles Englisch bei Menschen, die Sie nicht gut kennen, ranghöheren Kollegen, Kunden, offiziellen E-Mails, Anschreiben und jeder schriftlichen Kommunikation, die Ihr Unternehmen repräsentiert. Verwenden Sie informelles Englisch bei engen Kollegen, Freunden, lockeren Nachrichten und alltäglichen Gesprächen. Die schwierige Zone liegt dazwischen: ein Kollege, den Sie kennen, der aber ranghöher ist, ein Kunde, mit dem Sie seit Jahren zusammenarbeiten, ein beruflicher Gruppenchat. In dieser Zone beginnen Sie besser formeller und lassen die andere Person den Ton vorgeben; es ist viel leichter, die Sprache später zu lockern, als sich von einem zu lockeren Einstieg zu erholen.
Formelles Englisch in E-Mails
E-Mails sind der Ort, an dem Register-Fehler am häufigsten auffallen, weil der falsche Ton schriftlich festgehalten und leicht erneut gelesen wird. Ein paar Gewohnheiten lassen geschriebenes Englisch formeller klingen, ohne steif oder altmodisch zu wirken: Beginnen Sie mit „Dear“ statt „Hi“ bei einer ersten Nachricht an eine ranghöhere Person, schreiben Sie Kurzformen aus, verwenden Sie „I would like to“ statt „I want to“, und schließen Sie mit „Kind regards“ oder „Best regards“ statt „Cheers“ oder „Thanks“.
- I was wondering if you could…
- Would it be possible to…?
- I would be grateful if you could…
- Do you think you might be able to…?
Phrasal Verbs: das größte Signal für informelle Sprache
Phrasal Verbs (look into, put off, come up with, get back to) gehören zu den häufigsten und informellsten Merkmalen des Englischen. Muttersprachler verwenden sie im Alltagsgespräch ständig, doch in formellen Texten werden sie oft durch ein einzelnes Wort ersetzt. Das bedeutet nicht, dass Phrasal Verbs in formellen Situationen falsch sind, gesprochenes formelles Englisch verwendet weiterhin viele von ihnen, aber geschriebenes formelles Englisch bevorzugt in der Regel die Ein-Wort-Alternative. Wenn Sie ein paar gängige Austauschpaare lernen (look into → investigate, put off → postpone, come up with → devise, get back to → respond to), steigert das die Formalität Ihrer Texte sofort.
Häufige Fehler beim Register
Zwei Fehler tauchen immer wieder auf. Der erste besteht darin, in lockeren Situationen zu formell zu sein, was bei Kollegen, die Sie eigentlich gut kennen, kühl oder distanziert wirken kann. Der zweite, häufiger bei Lernenden, die sich auf berufliches Englisch vorbereiten, besteht darin, in formellen Situationen zu informell zu sein: eine Kunden-E-Mail mit „Hey“ zu beginnen, Umgangssprache in einem Anschreiben zu verwenden, oder einer Führungskraft so zu schreiben wie einem Freund. Im Zweifel lieber etwas zu formell sein. Das ist ein deutlich geringeres soziales Risiko, als in einem beruflichen Kontext als nachlässig oder allzu leger wahrgenommen zu werden.
Die Regeln zu kennen ist eine Sache; im echten Gespräch flüssig zu wechseln, eine andere. Unser Business English course hilft Ihnen, durch echte Praxis ein Gespür für formelles und informelles Register zu entwickeln, mit einem erfahrenen muttersprachlichen Lehrer, der Sie dabei korrigiert. Live English hat seit 2007 über 10.000 Fachkräfte gecoacht. Ihre erste Probestunde ist kostenlos, keine Kreditkarte erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Woher weiß ich, ob ich formelles oder informelles Englisch verwenden sollte?
Sind Kurzformen immer informell?
Sollte ich Phrasal Verbs in formellen Texten komplett vermeiden?
Ist es unhöflich, gegenüber einem Kollegen zu formell zu sein?
Formelles und informelles Englisch sind beide korrekt, sie gehören einfach an unterschiedliche Orte. Lernen Sie die kleinen Wortschatz- und Struktur-Wechsel, die den Ton verändern, achten Sie darauf, wie sich Ihre Beziehung zum Zuhörer mit der Zeit verändert, und Sie werden bald fast automatisch zwischen den beiden wechseln.