Sind Geschäftsreisen im Zeitalter von Zoom noch notwendig?

Früher waren Geschäftsreisen schlicht notwendig. Ein Telefonanruf konnte nur begrenzt leisten, und wollte ein Unternehmen in einen neuen Markt expandieren oder ein Geschäft mit einem ausländischen Partner abschließen, war die persönliche Entsendung einer hochrangigen Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters oft die einzig realistische Option. Heute ermöglicht Videokonferenztechnik, ein globales Geschäft zu führen, ohne je einen Flug zu buchen. Die Frage lautet daher: Sind Geschäftsreisen den Zeit-, Kosten- und Englisch-Stressaufwand noch wert, oder hat Zoom sie still und leise zur Option gemacht?

Kurz zusammengefasst: Videoanrufe haben viele Routine-Meetings ersetzt, doch persönliche Reisen zählen weiterhin bei entscheidenden Beziehungen, Vertragsverhandlungen und dem Lesen subtiler, nonverbaler Signale, die über einen Bildschirm nicht ankommen. Die eigentliche Kunst besteht nicht darin, sich für das eine oder andere zu entscheiden, sondern zu wissen, welche Meetings wirklich ein Flugticket wert sind.

Die Argumente gegen Geschäftsreisen

Manche Unternehmen sind „ganz auf“ Videokommunikation umgestiegen und schicken Mitarbeitende für Meetings gar nicht mehr in andere Länder. Ihr Argument ist einfach: Flug, Hotel und Tage außer Haus kosten weit mehr als eine gut geführte Videokonferenz, und dieses Geld und diese Zeit ließen sich anderweitig nutzen. Für Routine-Check-ins, Statusupdates und interne Meetings zwischen Standorten ist diesem Argument kaum zu widersprechen. Es gibt schlicht keinen Grund, jemanden über einen Kontinent zu fliegen für ein Meeting, das ein 45-minütiger Videoanruf ebenso gut erledigen könnte.

Die Argumente für Geschäftsreisen

Doch Geschäftsreisen transportieren nicht nur Informationen von einem Ort zum anderen, sie schaffen Vertrauen, und Vertrauen lässt sich über einen Bildschirm schwerer aufbauen. Sitzt Ihr Geschäftspartner in einem anderen Land, erlaubt ein hochrangiger persönlicher Besuch beiden Seiten, auf eine Weise einzuschätzen, wie es ein Videoanruf nicht kann, ob das Vorhaben tatsächlich erfolgversprechend ist. Körpersprache am Tisch lesen, ein informelles Essen teilen, beobachten, wie ein möglicher Partner die eigenen Mitarbeitenden behandelt, das sind die Details, die wichtige Entscheidungen beeinflussen und über eine Laptop-Kamera einfach nicht gut ankommen. Auch bei Verhandlungen gibt es Nuancen, Zögern, Tonfall, die Pause vor einer Antwort, die sich persönlich weit leichter lesen und darauf reagieren lassen, und bietet sich der Moment, ein Geschäft abzuschließen, kann die physische Anwesenheit, um ihn zu ergreifen, mehr zählen als jede Kostenersparnis.

Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob ein Meeting persönlich stattfinden muss, fragen Sie, welche Entscheidung tatsächlich auf dem Spiel steht. Informationsvermittelnde Meetings (Updates, Berichte, Routine-Check-ins) funktionieren meist gut per Video. Beziehungs- oder vertrauensbildende Meetings (Erstkontakt mit einem neuen Partner, Vertragsverhandlung, Konfliktlösung) sind diejenigen, die die Reise wert sind.

Videoanrufe versus Geschäftsreisen

Situation Besser geeignet
Wöchentliches Statusupdate mit einem bestehenden Partner Videoanruf
Erstes Treffen mit einem neuen Kunden oder Partner Persönliche Reise
Ein Dokument oder einen Bericht teilen Videoanruf oder E-Mail
Abschließende Vertragsverhandlung Persönliche Reise, wenn möglich
Einen ernsten Konflikt mit einem Partner lösen Persönliche Reise

Welche Englischkenntnisse jedes Format tatsächlich verlangt

Bemerkenswert ist, dass Videoanrufe und Geschäftsreisen leicht unterschiedliche Englischkenntnisse verlangen. Ein Videoanruf belohnt Klarheit und Kürze: kurze Sätze, klare Übergänge („Let’s move to the next point,“ „To summarise…“), denn schlechter Ton und Verzögerungen bestrafen Abschweifungen weit stärker als ein persönliches Gespräch. Eine Geschäftsreise dagegen belohnt Small Talk, informellen Sprachstil und kulturelle Gewandtheit, die Fähigkeit, entspannt über den Flug, das Wetter oder lokale Empfehlungen zu sprechen, noch bevor das Meeting überhaupt beginnt, denn genau dieser Small Talk ist oft der Ort, an dem Vertrauen wirklich entsteht.

Tipp: Steht eine Geschäftsreise an, üben Sie gezielt Small Talk, nicht nur Meeting-Vokabular. Entspannter, natürlicher Small Talk im Taxi, beim Abendessen oder vor Beginn des Meetings tut für die Beziehung oft mehr als die formale Agenda selbst.

Ein Vorteil, nicht nur ein Kostenpunkt

Es lohnt sich auch, daran zu denken, dass eine Geschäftsreise für Mitarbeitende ein echter Vorteil sein kann: eine Gelegenheit, eine neue Stadt zu sehen, Kolleginnen und Kollegen persönlich zu treffen und aus dem Alltag herauszutreten. Unternehmen, die jede Reise nur als zu minimierenden Kostenpunkt behandeln, übersehen manchmal diese Seite der Gleichung völlig, besonders wenn es darum geht, talentierte Mitarbeitende zu halten, die diese Erfahrung schätzen.

Egal welches Format ein Meeting hat, die Vorbereitung sollte immer gleich ablaufen: Kennen Sie Ihre Ziele, kennen Sie Ihr Publikum, und kennen Sie das Englisch, das Sie brauchen. Verlässt sich Ihr Team inzwischen für die meisten Meetings auf Zoom, deckt unser Leitfaden zu Englisch für Videokonferenzen die spezifischen Formulierungen und Umgangsformen ab, die Videomeetings reibungslos machen. Für die persönliche Seite behandelt unser Überblick zum Umgang mit Business-Meetings auf Englisch als Nicht-Muttersprachler Verhandlungssprache und das Lesen der Situation. So oder so, unser Business-Englisch-Kurs bereitet Sie auf beide Formate vor, nicht nur auf eines.

Häufig gestellte Fragen

Haben Videoanrufe Geschäftsreisen überflüssig gemacht?
Nein, sie haben Routine-Meetings überflüssig gemacht, persönlich stattzufinden. Entscheidende Meetings, der Erstkontakt mit einem neuen Partner und abschließende Vertragsverhandlungen profitieren nach wie vor stark davon, persönlich stattzufinden.
Welche Englischkenntnisse zählen mehr, für eine Geschäftsreise oder einen Videoanruf?
Videoanrufe belohnen Klarheit, Kürze und klare Übergänge. Geschäftsreisen belohnen Small Talk, informellen Sprachstil und kulturelle Gewandtheit, da Beziehungsaufbau oft außerhalb der formalen Agenda geschieht.
Wie entscheide ich, ob ein Meeting persönlich stattfinden muss?
Fragen Sie, was tatsächlich auf dem Spiel steht. Informationsvermittelnde Meetings funktionieren meist gut per Video. Vertrauensbildende Meetings, Erstkontakt mit einem neuen Partner, Vertragsverhandlung oder die Lösung eines ernsten Konflikts, sind diejenigen, die die Reise wert sind.
Sind Geschäftsreisen nur ein Kostenpunkt für den Arbeitgeber?
Nein, sie sind oft auch ein echter Vorteil für die Mitarbeitenden, mit Reisen, neuen Erfahrungen und einer Abwechslung vom Alltag, was neben den direkten finanziellen Kosten mit einzubeziehen lohnt.
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