
Knifflige Interviewfragen auf Englisch (und wie Sie sie beantworten)
Sie sitzen in einem angenehmen Büro und warten darauf, dass Ihr Vorstellungsgespräch auf Englisch beginnt. Sie haben diesem Moment seit Tagen entgegengefiebert und ihn gleichzeitig gefürchtet. Es ist eine großartige Gelegenheit, und da Sie Ihren Freunden bereits davon erzählt haben, lastet zusätzlicher Druck darauf, es richtig zu machen. Eine Handvoll Fragen taucht in englischsprachigen Interviews immer wieder auf, und sie bringen Menschen nicht deshalb ins Straucheln, weil das Englisch schwer wäre, sondern weil die ehrliche Antwort und die kluge Antwort nicht ganz dasselbe sind.
Warum sich diese Fragen wie eine Falle anfühlen
Interviewer stellen knifflige Fragen mit Absicht, nicht um Sie hereinzulegen, sondern weil die Art, wie Sie antworten, mehr verrät als das, was Sie antworten. Eine Frage zu Ihrer letzten Stelle oder zu Ihren Schwächen ist im Grunde eine Frage nach Selbstreflexion, Professionalität und danach, ob Sie über etwas Negatives sprechen können, ohne selbst negativ zu wirken. Sobald Ihnen klar ist, dass es um den Ton geht und nicht um ein Geständnis, lassen sich diese Fragen viel leichter vorbereiten.
„Tell me something you didn’t like about your old job“ (Was hat Ihnen an Ihrer alten Stelle nicht gefallen?)
Diese Frage ist eine Falle, wenn Sie sie zu ehrlich beantworten. Der Interviewer möchte eine positive, fleißige Arbeitskraft, lädt Sie hier aber gleichzeitig dazu ein, Ihren früheren Arbeitgeber zu kritisieren. Was Sie sagen und was der Interviewer tatsächlich hört, sind oft zwei verschiedene Dinge.
| Was Sie vielleicht sagen | Was der Interviewer hört |
|---|---|
| „My boss was not the most organized, and I’m looking for a more positive environment.“ | Ich beschwere mich gerade höflich, weil es ein Interview ist, aber Beschweren könnte eine Gewohnheit sein, und ich habe möglicherweise selbst zu dieser negativen Atmosphäre beigetragen. |
| „I really enjoyed my time there, but there wasn’t much room to grow. I’m looking to build my skills and get the experience I need to succeed in this field.“ | Diese Person weiß, was sie will, und ist motiviert, sich beruflich weiterzuentwickeln. |
Ein paar Themen sollten Sie in dieser Antwort ganz vermeiden: Arbeitszeiten (wirkt faul), Kollegen oder Kunden (wirkt ungesellig), der Name Ihres früheren Chefs (wirkt nachtragend) und Gehalt (wirkt, als sei Geld Ihre einzige Motivation). Richten Sie den Fokus nach vorn, auf das, was Sie als Nächstes wollen, statt zurück auf das, was schiefgelaufen ist.
„What is your biggest weakness?“ (Was ist Ihre größte Schwäche?)
Seien Sie hier ehrlich, aber nicht zu ehrlich. Eine generische, sicher klingende Antwort wie „I work too hard and I care too much“ (Ich arbeite zu viel und mir liegt zu viel daran) wirkt meist unaufrichtig, da Interviewer sie ständig hören und ihr selten Glauben schenken. Ein stärkerer Ansatz benennt eine echte, kleine Schwäche und verbindet sie direkt damit, was Sie konkret dagegen tun.
| Schwächere Antwort | Stärkere Antwort |
|---|---|
| „I work too hard and I care too much.“ | „My time management could be better. I’ve been using a planning system for the past few months, and it’s made a real difference.“ |
„What salary do you expect?“ (Welches Gehalt erwarten Sie?)
Niemand kann Ihnen genau sagen, wie Sie verhandeln sollten, da es stark von Branche, Standort und Erfahrung abhängt. Als Faustregel gilt: Es ist meist besser, nicht als Erster eine Zahl zu nennen, und das Thema Gehalt in einem ersten Gespräch nach Möglichkeit nicht selbst anzusprechen. Werden Sie direkt gefragt, hält Sie eine gut recherchierte Spanne statt einer festen Zahl flexibel und zeigt gleichzeitig, dass Sie sich vorbereitet haben.
Zwei weitere Fragen, die Menschen überrumpeln
„Why should we hire you over other candidates?“ (Warum sollten wir Sie anstelle anderer Kandidaten einstellen?) Das ist keine Einladung, allgemeine Stärken aufzuzählen. Die stärksten Antworten verbinden ein oder zwei konkrete Fähigkeiten direkt mit einem Bedarf des Arbeitgebers, anhand eines echten Beispiels statt eines Adjektivs wie „fleißig“ oder „engagiert“.
„Where do you see yourself in five years?“ (Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?) Interviewer prüfen, ob Ihre Ziele realistisch sind und zur Stelle passen, sie testen Sie nicht in Wahrsagerei. Eine ehrliche, konkrete Antwort über Ihr Wachstum innerhalb des Fachbereichs wirkt besser als eine vage oder übertrieben ambitionierte Antwort, selbst wenn Sie sich nicht zu 100 Prozent sicher sind.
Wortschatz, den Sie kennen sollten
To nail it (etwas perfekt hinbekommen): bei etwas eine großartige Leistung erbringen. To rag on someone (über jemanden herziehen): sich über jemanden beschweren. Beide sind gängige informelle Ausdrücke, die Sie hören könnten oder in einem formellen Vorstellungsgespräch besser selbst nicht verwenden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Sollte ich meinen früheren Arbeitgeber in einem Interview kritisieren?
Ist es in Ordnung zu sagen, dass ich keine echten Schwächen habe?
Sollte ich das Gehalt zuerst ansprechen?
Wie kann ich mich gezielt auf knifflige Fragen auf Englisch vorbereiten?
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